Zwei Software-Welten — IT und OT
Die Werks-IT (ERP, MES) und die Maschinensteuerung (PLC, SCADA) sind historisch getrennt. Ohne saubere Brücke per OPC UA kostet jede Datenanforderung Tage — und jeder Service-Vorfall doppelte Arbeit.
Maschinenbau ist die Kerndomäne des deutschen Mittelstands — und einer der reifsten Anwendungsbereiche für Industrie 4.0. OPC UA mit Companion Specifications, getragen vom VDMA-umati-Konsortium, ist heute der herstellerübergreifende Standard für Maschinen-zu-IT-Kommunikation. Wer Service-Apps, MES-Integrationen oder Plattform-Lösungen baut, plant darauf auf.
Der DACH-Maschinenbau ist global führend, gleichzeitig regional verankert: viele Hersteller mit 50–500 Mitarbeitern, hochspezialisiert, im Familienbesitz. Diese Struktur prägt die Software-Anforderungen: pragmatisch, langlebig, mit Service- und Lifecycle-Daten als Differenzierungsmerkmal — nicht ein „Tech-Stack-Showcase".
Die umati-Initiative (universal machine technology interface) der VDMA und des VDW hat seit 2020 ca. 25 OPC-UA-Companion-Spezifikationen veröffentlicht — von Werkzeugmaschinen über Robotik und Holzbearbeitung bis zur Kunststoffverarbeitung —, mit weiteren 30 in Entwicklung. OPC 40501 für Werkzeugmaschinen wurde Ende 2025 finalisiert. Die zugehörigen Spezifikationen sind kostenfrei verfügbar, was die Eintrittshürde für Mittelständler senkt.
Die Werks-IT (ERP, MES) und die Maschinensteuerung (PLC, SCADA) sind historisch getrennt. Ohne saubere Brücke per OPC UA kostet jede Datenanforderung Tage — und jeder Service-Vorfall doppelte Arbeit.
Endkunden wollen schnellen Service, aber keinen Vollzugriff auf ihr Werksnetz. VPN-Zugänge mit Passwörtern auf Post-its sind Realität — und ein DSGVO-/Datenschutz-Risiko.
Inbetriebnahme, Wartungshistorie, Störungen, Ersatzteile — oft in Excel-Tabellen pro Maschine. Ein einheitliches Lifecycle-Datenmodell ist die Voraussetzung für Predictive Maintenance und EU-Data-Act-konformen Datenzugriff.
Die Plattform Industrie 4.0 hat mehrfach betont, dass der Data Act gerade für Maschinenbau weitreichend ist: Endkunden haben einen Datenzugriffsanspruch auf die Telemetriedaten ihrer Maschinen. Hersteller müssen technisch Zugriff ermöglichen — typischerweise über ein Self-Service-Portal.
Anwendbarkeit: Anwendbar seit 12. September 2025
Maschinen mit digitalen Elementen am EU-Markt fallen unter den CRA. Hersteller müssen Schwachstellenmanagement, Sicherheitsupdates über die typische Nutzungsdauer und Vorfall-Meldepflicht etablieren.
Anwendbarkeit: Volle Anwendbarkeit ab 11.12.2027
Internationaler Standard für die Integration von Unternehmens- und Steuerungssystemen. Definiert das 5-Level-Modell (Level 1 Steuerung bis Level 4 ERP) und das Activity-Modell zwischen MES (Level 3) und ERP (Level 4). IEC 62264-2:2026 (3. Edition, veröffentlicht im März 2026) ist die aktuelle Fassung.
Eine OPC-UA-Schicht direkt am Gerät oder am Edge-Gateway — herstellerneutral, mit standardisierten Datenmodellen für Job-Management, KPIs, Energie-Monitoring.
Bidirektionaler Austausch von Auftragsdaten, NC-Programmen und Werkzeugverwaltung — basierend auf ISA-95 Job Control. Standardisiert statt proprietär.
Service-Tickets, Wartungsplanung, Ersatzteilbestellung in einer Plattform. Eventlog für nachvollziehbare Lifecycle-Historie pro Anlage.
Techniker-App offline-fähig (Werkshallen ohne Empfang). Kundenportal für Maschinen-Übersicht, Service-Historie und Datenexport.
| Technologie | Begründung |
|---|---|
| Flutter (Service-App) | Eine Codebasis für iOS- und Android-Tablets/Phones der Service-Techniker. Offline-First mit lokaler SQLite-Datenbank. |
| NestJS auf Fastify | Strukturierte TypeScript-Architektur, performante OPC-UA-zu-HTTP-Brücke, klare Modul-Separation für ISO-9001-konforme Audit-Spuren. |
| PostgreSQL + Prisma | Relationale Integrität für Maschinen-Stammdaten und Service-Historie, Type-Safe-Migrations für regulatorische Nachweise. |
| OPC UA Stack (open62541, node-opcua) | Open-Source-OPC-UA-Implementierungen für Server- und Client-Seite. Lizenzfrei, von der OPC Foundation gepflegt. |
| DigitalOcean / EU-Hosting | EU-Region für Datensouveränität — kritisch im Mittelstands-Kontext, wo Werks- und Maschinendaten als sensibel gelten. |
Stand: 2026-04-30
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